
Text zur Kunstinstallation von Henrik Rhyn
Alles was lebt, stammt vom ersten Lebewesen auf der Erde ab. Der entscheidende Zündfunke, der unbelebter Materie zum Leben verhalf, entstand nur ein einziges Mal, und jede lebende Existenz verdankt sich diesem Augenblick. Wir sind eins mit Bakterien, die in heissen Quellen leben, mit parasitischen Seepocken, Fledermäusen und Blumenkohl. Wir alle teilen einen gemeinsamen Vorfahren.
Wir Menschen waren vor gar noch nicht so langer Zeit Affen, die Hunde haben in ihrer Familiengeschichte den Wolf als Vorfahren. Als wir Menschen Mensch wurden, Jäger und Sammler und uns erst sehr viel später als Bauern ansiedelten, wurde der Wolf, den wir domestizierten, zum Hund und der Hund zum Freund des Menschen.
In dieser Erde ruhen Hunde, denen ihr Menschenfreund einen Namen gegeben hat und die diese Menschen ein Hundeleben lang begleitet haben. Jetzt können die, die hier ruhen, eine lange Zeit die schöne Aussicht auf das Columbia Valley geniessen, die Belvedere.













Gebet der Hopi Ich bin das Land Ich bin nicht geboren April 2011 |
Henrik Rhyn ist in Solothurn aufgewachsen. Zuerst verdiente er sein Leben als Dekorateur, dann als Schauspieler und schliesslich als Schriftsteller von Hör- und Fernsehspielen, bis er mit dreissig Jahren beim Radio DRS eine feste Anstellung fand. Bekannt wurde er durch seine über zweihundert Feature. Daneben präsentierte er beim SF DRS die Sendung „Chumm und lueg“ und spielte in einigen Schweizerfilmen mit. Er begann zu reisen, nach Amerika und Asien, insbesondere nach Tibet/China. Dabei entstanden mehrere Bücher. Mit sechzig Jahren mutierte er zum Rentner. Während seiner bisherigen Lebenszeit arbeitete Henrik Rhyn nebenbei auch immer als Gestalter in Glas, Keramik, Bronze, Mosaik und als Maler. |